8 ETAPPEN- SO WIRD UNSER CAMPINGBUS WINTERFIT!

nachdem unser erster urlaub in fieberbrunn in der kälteren jahreszeit gleich ein voller erfolg war, beschließt die

FLEISCHMANNSCHAFT,

es auch im winter zu wagen…

der entschluss ist schnell gefasst, im anschluss wartet jedoch jede menge arbeit, um den wunsch auch in die tat umzusetzen.

in einem ersten schritt wurden zahlreiche campingzeitschriften und blogs zum thema studiert und wichtige etappen zusammengefasst. bei unserer planung gilt es zu berücksichtigen, dass wir im winter bei längeren aufenthalten immer einen campingplatz aufsuchen und höchstens für das wochenende zum langlaufen, im waldviertel, möglicherweise einmal frei stehen werden. deshalb brauchen wir uns über strom keine gedanken machen. sollten wir des abends einmal kein licht haben, werden wir uns dann eine kerze anzünden. wir können auch eine weile ohne handy und tablet leben.

# etappe 1

der wichtigste punkt überhaupt ist der winterreifenkauf, da in österreich bei winterlichen fahrbahnen vom 1.11. bis in den april winterreifenpflicht gilt. es kann jederzeit sein, auch wenn bei der hinfahrt trockene fahrbedingungen herrschen, dass es während des aufenthalts schneit oder glatt ist. unser credo: traue keinen wetterprognosen!

unsere eintscheidung fiel dabei auf ganzjahresreifen, da wir auch neue sommerreifen gebraucht hätten. wir haben weder vor, bei extrem winterlichen fahrverhältnissen zu starten, noch wollen wir schneebedeckte bergstraßen erklimmen. d. h. auch, dass wir uns campingplätze aussuchen, welche anfahrtsmäßig eher flach gehalten sind, einen direkten loipenanschluss aufweisen und über ein saunaangebot verfügen.

klingt eher schwierig, solche „wunderwuzziplätze“ zu finden, war aber relativ einfach. gleich 2 plätze, einer in berau am wolfgangsee und ein campingplatz in lofer bieten all jene auswahlkriterien an.

# etappe 2

ankauf diverser utensilien, welche für das wintercampen benötigt werden:

  • teleskop-eiskratzer-besen
  • große isomatte zum abdecken der windschutzscheibe
  • thermomatte für den innenraum (Hindermann Thermovorhang für FIAT Ducato, 33797)
  • schuhabtropftasse
  • fußmatte zum einsteigen in den bus
  • fußmatte aus plastik für draußen
  • schaffell
  • fellpatschen
  • gasprüfgerät (truma*)

im sommer bleiben die schuhe nach borchert „draußen vor der tür“. dies ist im winter eher weniger zu empfehlen, deshalb dachten wir, dass es günstig wäre, sie drinnen zu parken. wir legen eine schwarze gummimatte mit löchern vor die tür, putzen uns dort die schuhe gut ab und steigen im bus auf die dort liegende fußmatte. dort befreien wir uns dann vom schuhwerk, das wir dann auf die schuhabtropftase stellen. wenn die schuhe nass sind, hilft das gute alte mittel des ausstopfens mit zeitungspapier, das von unseren großeltern überliefert wurde.

auch wenn die heizung gut läuft, ist ein schutz von unten durch das schaffell und die patschen sicher nicht von nachteil. unter dem fell liegen auch noch alte kleine fleckerlteppiche. im raum unter dem bett befindet sich nichts isolierendes, damit die gefahr des einfrierens der darunter liegenden leitungen gebannt wird. die heizung läuft 24 stunden und wird auch nicht, anders als beim herbstcampen abgedreht, wenn wir langlaufen sind.

auf den kauf einer schaufel zum ausschaufeln des fahrzeugs und einer teleskopleiter zum abkehren des fahrzeugs, die auf diversen blogs empfohlen werden, haben wir verzichtet, da wir denken, dass diese dinge sicherlich ein guter campingplatz zum ausleihen anbietet. wir werden berichten…

weiters wird die anschaffung eines gasprüfgeräts in allen beiträgen wärmstens ans herz gelegt, da angeblich in den allermeisten fällen das gas in der nacht ausfallen soll und es sich hier als günstig erweist, bei niedrigem stand bei tage, eine gasflasche anzukaufen. unsere entscheidung fiel auf den Truma Levelcheck*, da wir genauere waagen nicht mitführen wollen und auch die gasflasche zu diesem zwecke nicht jedes mal herausschrauben wollen. leider haben wir in unserem bus nur die vorrichtung und den platz für eine einzige 11l flasche.

die isomatte für die außenscheibe erwarben wir, damit wir uns möglicherweise dadurch das eiskratzen ersparen. große teure matten, welche auch über die seitenfenster reichen, wollten wir aus platzgründen nicht erwerben. es reicht der unhandliche hindermann, der ohnehin schon recht unpraktisch zu verstauen ist.

der hindermann* trennt den warmen wohnraum von der schlecht isolierten fahrerInnenkabine. leider fehlen bei unserem bus die vorrichtungen, um die druckknöpfe der thermomatte mit dem bus verbinden zu können und irgendwelche ösen in den bus schrauben wollten wir nicht. da das material aber sehr fest ist, steht das ganze von allein, ohne irgendwie befestigt zu sein. möglicherweise werden wir uns dies, wenn es doch hineinzieht und es uns stört, beim nächsten werkstattaufenthalt jedoch nachrüsten lassen.

# etappe 3

da an einigen teilen isolierende schichten in form von stoff vorhanden sind, aber nicht an allen, mussten wir ans werk schreiten, um auch diese sogenannten kältebrücken, die beispielsweise an den türen auftreten, abzudecken. wir fuhren zu müller* in kritzendorf und waren geschlagene 5 stunden zugegen, weil dort derart viele stoffe, knöpfe und bänder angeboten werden und wir uns nicht entscheiden konnten. bunt oder einfärbig, dicke decke oder filz…???

unsere entscheidung fiel auf einen uni-deckenstoff, da unser bus ohnehin schon durch die rosenstoffe etwas farbenfroh wirkt.

auch klemmstangen wurden in der richtigen breite gekauft. jene für die hinteren türen ist bereits ziemlich stark, passt aber gut. die anderen weniger dicken wurden rechts und links zusätzlich noch mit doppelseitigem klebeband befestigt, damit sie nicht zu rutschen beginnen. der deckenstoff ist doch ziemlich schwer.

nach dem kaufen wurde gemessen und die alte, aber durchaus noch gut funktionierende, nähmaschine in beschlag genommen. so entstanden die wunderbaren werke für die hinteren türen, 2 vorhänge für die abtrennung zwischen dem bett und dem wohnraum, für die schiebetür mit fenster und für das seitliche fenster. an den seiten ist natürlich etwas luft. wir denken jedoch nicht, dass sich dies stark auswirken wird.

für die dachfenster entschlossen wir uns, keine dachhauben außen anzubringen (siehe fehlende teleskopleiter), sondern innen eine zerschnittene isomatte mit aufgenähtem stoff hineinzulegen. hierzu muss einfach das fliegengitter ein bisschen herausgezogen werden. so hält das ganze gut.

in der nacht werden die heizdüsen vorne und im bad geschlossen. dadurch strömt dann nur mehr unter dem bett warme luft zum wassertank, zu den leitungen und hoffentlich auch zu uns nach oben. am tag lassen wir die türe zum badezimmer offen, da hier ebenso warme luft strömt, die sonst nur sinnlos dem wc zugute kommen würde.

# etappe 4

gegen zugluft von unten bei der schiebetür wird ein normaler alter großer polster (oder eine schlummerolle) überzogen und als zugluftstopper hingelegt.

# etappe 5

die obligatorische wäscheklammer, die in keinem blogbeitrag fehlen darf, wird draußen an die kaminöffnung geklemmt. dadurch entstehen an dieser stelle keine eiszapfen, die dann schwierig zu entfernen sind.

# etappe 6

eine kleine menge des frostschutzmittels wird in die toilette und in beide waschbecken (bad und abwasch) gefüllt. bei uns ist der abwasserhahn unter dem fahrzeug defekt, dadurch immer geöffnet, was im winter gut ist. wir stellen einfach ein lavoir darunter, ebenfalls mit einer kleinen menge des mittels.

# etappe 7

während des wintercampens kann durch kochen, schwitzen etc. das kondenswasser zum problem werden. hier helfen, außer dem richtigen lüften und heizen, auch säcke zum luftentfeuchten, die wir im bus aufhängen. nasse kleidung hängen wir ins bad, da bleibt dann die tür für eine weile zu. so trocknet alles ziemlich schnell, wie wir anhand unserer badeanzüge beim herbstcampen sehen konnten.

wenn die innenscheiben mit eis bedeckt ist, wie das häufig vorkommen soll und ganz normal im winter ist, hilft nur eiskratzen und abwischen.

# etappe 8

sollte bei sehr kalten temperaturen, trotz laufender heizung, einmal das frostschutzventil vom boiler auslösen und das gesamte wasser aus dem tank verschwinden, erweist es sich als zweckdienlich, einen wasserkanister oder eine gefüllte waserflasche zu lagern. dies ist insofern zu empfehlen, wenn frau oder mann nicht in der nacht oder zeitig in der früh auf das campingplatzclo pilgern möchte. bei uns steht dieses in rosa gehaltenes stück im bad jederzeit bereit.

jetzt wurde der bus das erste mal sterngeschmückt und wartet auf seinen einsatz!

wir möchten über silvester wintercampen und freuen uns schon sehr auf dieses erlebnis :-)!

*unbezahlte werbung

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