fisch & visch

genau wie es am gründonnerstag seit jahr und tag den spinat am teller gibt, wurde bei uns zuhause am karfreitag der fisch gereicht.

damals vor langer zeit, als ich noch nicht der wundersamen spezies der vegetarierInnen angehörte (genau genommen 20 %tigen pescetarierin und 80 %tigen veganerin, zu welchen ich ja nun mehr zähle), wurde in unserer familie auf fleisch und wurst verzichtet. eigentlich auch eher komischerweise, denn auch meine eltern waren keine kirchengesetztreuen katholiken. was jedoch im umkehrschluss nicht heißt, dass sie nicht an gott glaubten. das gebot des sonntäglichen kirchgangs wurde jedoch seit jeher boykottiert und selbst zu zeiten meiner erstkommunionsvorbereitung musste ich die heilige stätte alleine aufsuchen. nicht nur aus diesem grund blieb ich der zeremonie der firmung bis zum heutigen tage fern und bildete mir im laufe aller jahre häufig andere sichtweisen von der welt, gott, den verschiedenen religionen und dem weiterleben nach dem tod.

war ich zu zeiten meiner matura, bei welcher ich in religion antrat, weil ich viele themenbereiche tatsächlich hochinteressant fand, noch glühende anhängerin von Raymond A. Moody (Leben nach dem Tod) und Elisabeth Kübler-Ross (Interviews mit Sterbenden), welche auf meiner leseliste standen, kam die wende bereit wenige jahre später, als ich bei meinem studium ein buch über die gehirnforschung lesen musste. damals war ich der meinung, dass jene teile des gehirns, in welchen die gedanken sitzen, genau jene gedanken, welche sagen: „es gibt ein leben nach dem tod, ich habe eine seele…usw.“, genauso nach dem tode verfaulen, wie die reste des körpers.

wieder ein paar jahre später, gerade als mein leben etwas aus den fugen geriet, wollte oder eventuell musste ich partout wieder einen sinn in geschehnissen sehen. ich besuchte seminare, wendete mich der buddhistischen lehre zu, glaubte an lernprozesse und wiedergeburt, legte tarotkarten, warf münzen nach dem i ging und wurde eben auch vegetarierin. dies allerdings aus gesundheitlichen gründen, da mir zu dieser zeit ende meiner 20er verkalkungen in meiner schulter am röntgenbild gezeigt wurden, die, so wurde mir erzählt, von einem unmäßigen fleischgenuss zeugen.

mittlerweile und etliche jahre später haben sich die kalkablagerungen verflüchtigt. da ich jedoch zu jenen menschen zähle, die auch nicht nur 2 genusszigaretten rauchen oder maßvoll an einem achterl nippen können, blieb ich dem fleischlosen leben treu. das fiel mir aber auch überhaupt nicht schwer, da ich sehr viele „neue“ genüssliche rezepte und leidenschaften für nahrungsmittel fand.

viele der damals sinngebenden glaubenssätze, wie beispielweise, die gesetze der anziehung, haben auch heute noch bedeutung für mich. was sich jedoch im laufe meines langen alten schachtellebens wieder geändert hat, ist die sichtweise, warum dinge passieren und warum sie gerade jenen passieren, denen sie passieren.

und so wie in dieser langen geschichte der eindruck entstehen mag, dass die alte schachtel gespalten wäre, so bin ich auch hier und jetzt eine zerissene. zerissen zwischen dem glauben an die zufällige arschkarte, die menschen, besonders kinder im krieg, mit krebs, toten kindern und anderen schrecklichen szenarien, welche ich mir eigentlich gar nicht ausmalen mag, gezogen haben. und zwischen dem glauben, dass alles doch irgendwie und irgendwo einer höheren ordnung folgt, die ich jedoch leider durch meine begrenztheit nicht verstehen kann.

für richtungsweisende sichtweisen oder buchtipps wäre ich euch sehr dankbar.

nach diesen tiefschürfenden karfreitaggedanken, komme ich nun mehr zu den fisch & vischgerichten:

FISCH: KARsotto mit lachs

mein REZEPT (ursprüngliches rezept: lachs-blumisotto)

ZUTATEN

1 karfiol

1 zwiebel

1 becher creme fraiche oder frischkäse (gut ist auch der frischkäse mit kren von ja!natürlich)

1 el kokosöl

1 pkg lachs geräuchert oder 2 stück lachsfilet (bio)

kren, salz, pfeffer

ZUBEREITUNG

anstelle des reises beim risotto wird hier der karfiol geteilt, der strunk weitgehend und bei allen stücken entfernt und in der küchenmaschine fein geraffelt.

zwiebel schneiden und im kokosöl anbraten

wenn frischlachs gewählt wird, dann jetzt dazugeben und anbraten

sonst den karfiol im nächsten schritt dazugeben und ca. 10 min dünsten

creme fraiche oder frischkäse (mit kren) dazugeben und bei wenig hitze durchziehen lassen

jetzt den räucherlachs dazugeben, gut durchmischen und würzen!

VISCH: nori-melanzani (ursprüngliches rezept:

Fisch, Fisch, Fisch! – veganer, panierter „Visch“)

ZUTATEN

1 melanzani

1 nori algenblatt

guakernmehl, johannisbrotkernmehl oder mandelmehl

paniermehl (ich mixe hartes biovollkornbrot zu brösel)

salz

öl für die pfanne (ich nehme rapsöl)

ZUBEREITUNG

melanzani schälen und mit der brotmaschine in ca. einen halben cm- 1 cm scheiben schneiden- stehen lassen- nach 15 min das wasser, das sich gebildet hat wegleeren und mit der küchenrolle abtupfen

ein noriblatt im mixer reiben (ich verwende den vitamix: behälter zum trocken mahlen)

mehl mit noriblatt mischen

wasser zugeben bis es zäh wird
salz dazugeben

jetzt panieren

  1. in mehl wenden
  2. in brösel wenden

genügend öl in die pfanne geben und melanzani braten

auf einen mit küchenrolle ausgelegten teller geben und abtropfen lassen

KARFIOL

alle kohlarten wirken antioxidativ

reich an mineralstoffen, vitaminen, ballaststoffen

folsäure, eisen, jod, vitamin a, b6, c, d, k

magnesium, kalzium

MELANZANI

flavonoide

vitamin a, d, b6 + 12, c

kalzium, magnesium, eisen

ALGEN

 

 

 

 

 

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