stiegensteigen, schneestapfen & gehen für geistige und köperliche gesundheit

STIEGEN STEIGEN

auch wenn ich im normalfall auf stiegen meinen weg beschreite und nur in ausnahmefällen die rolltreppe oder den aufzug erwähle, tue ich dies nicht zu meinem vergnügen, sondern um ein ziel zu erreichen!

am heutigen tag aber stieg ich stiegen, um stiegen zu steigen. die wahl der treppe stellt mich vor keine großen probleme, da meine arbeitsstätte über eine menge verfügt. das größere problem stellt die zeit der beschäftigung dar, denn ich möchte im steigflow nicht von fragenden belustigten blicken meiner kollegInnen unterbrochen werden. ich hatte glück, eine halbe stunde lang, fast leere stufen vorzufinden und konnte in schnellem tempo auf- und absteigen, was mich nach einiger zeit doch etwas forderte und mich das tempo verlangsamen ließ.

die gedanken blieben ganz von selbst beim konzentrierten gehen und beim blick auf die einzelnen stufen gerichtet, vor allem beim abstieg, denn nach einiger zeit und mangelnder puste, war es kein leichtes, mich nicht kugelnder, purzelnder weise abwärts zu bewegen!

wenn ich fleißig weitertrainiere, könnte ich auch beim diesjährigen donauturm-treppenlauf starten. die 779 stufen und 150 meter höhe werde ich allerdings trotzdem nicht in einer zeit von 3:23,58 bezwingen.

in einer studie der Concordia University in Montreal wird ein signifikanter zusammenhang zwischen der täglichen menge an stiegensteigen, zeit der schulbildung und der gehirnalterung aufgezeigt. je länger die schule besucht wurde und je mehr treppen man täglich steigt, desto größer die graue gehirnmasse und desto langsamer die gehirnalterung!

ich finde es wirklich unglaublich, was wissenschaftlerInnen so alles beforschen und worüber studien berichten, aber mir tut es gut, an die wirkung zu glauben :-), zumal ich mit einer großen menge an stufen in meinem alltäglichen leben gesegnet bin. das lässt auf großes volumen meiner gehirnmasse im hohen alter hoffen.

genauso gesund ist

GEHEN

ein paar jahre war ich laufend unterwegs. es war für mich, obwohl ich niemals in den genuss dieses moments gekommen bin, wo ich ohne laufen, nicht hätte leben können, die einfachste methode, mein gewicht im zaum zu halten. irgendwann machte mein meniskus schlapp. medikamente, eine spritze und schonung halfen, um die schmerzen zu beseitigen. ich holte zwei ärztliche ratschläge ein. der sportarzt plädierte für sofortige operation, der orthopäde meinte, dass ich ohne schmerzen auch ohne op weiterkomme. er gab mir kniebandagen und seinen segen, auch weiterzulaufen.  meine internetrecherche ergab, dass das alternde knie mit meniskusschaden mit und ohne operation athritisch wird, so entschied ich mich gegen das messer, während eine freundin zur gleichen zeit den anderen weg beschritt. ich spüre gegenwärtig 3 jahre nach dem schmerzhaften ereignis nix, auch nicht beim bergabgehen oder in der nacht beim abwinkeln. leider quält meine freundin nach wie vor häufig das knie.

dies soll natürlich keine empfehlung sein, ärztliche ratschläge in den wind zu schlagen und es gibt bestimmt genug beispiele, wo die op bestens geeignet war, die knieprobleme zu beseitigen. ein 2. rat und recherchen auf eigene faust, sind jedoch in jedem fall eine gute möglichkeit, um seinen weg auszuloten.

ich gehe nun meinen weg, anstatt ihn zu laufen. manchmal mit freundinnen, auch häufig mit walkingstöcken. seit meiner ausbildung zur smoveycoachin mit eben jenen ringen. mit gespons allerdings ohne, da es schwierig ist mit stock oder smoveys, hand in hand zu gehen.

gehen ist auch nach christian seiler, der ab heute wieder in der freizeitausgabe des kuriers eine eigene serie zum gehen startet, gesund. während der kolumnist seine erste route in wien schritt, wählte ich heute den ländlichen weinberg, der sich schneebezuckert von einer bezaubernden seite zeigte.

unter dem motto, es gibt kein schlechtes wetter nur schlechte kleidung, verwandelte ich mich in ein michelinweiberl und zog von dannen. die knirschende schneeschicht unter meinen stiefeln, erhöhte beim schnellen bergaufgehen meinen puls und ich schwitzte. die aussicht am höchsten punkt (325m) war berauschend und die tiefen atemzügen befreiten das hirn kurzfristig von allem ballast. gehen ist stressbefreiend und versetzt mich jedes mal in euphorische, manchmal auch meditative grundstimmung, ob der landschaftlich malerischen highlights unseres österreichischen landes.

die gesundheitlichen vorteile des gehens sind vielfältigst: stressabbau, gegen demenz, blutdrucksenkend, glüchshormonausschüttend, muskulatur- und gelenkstärkend, krebsrisikosenkend, lebensverlängernd, stoffwechselanregend…

allerdings gilt das nur bei häufigen spaziergängen pro woche. klar im vorteil sind hier die hundebesitzerInnen, die bekanntlich bei jedem wetter müssen. es sei denn, sie ziehen es vor, es so wie ein bekannter etwas korpulenterer zeitgenosse auszuführen, der den hund ins auto verfrachtet, ihn zum feld karrt, auf die geschäftverrichtung wartet, um wieder heimwärts zu starten.

ABENDLICHES SCHNEESTAPFEN

man muss die schneeflocken feiern, wie sie fallen!

auf meinem konditionellen höhepunkt durch treppentrainingsflow und gehen am schneebezuckerten felde kam der schneefall gerade richtig. 20 cm feinstes pulver fordern mich auf und laden mich unverhohlen ein, einen abendschneestapf zu beginnen.

eineinhalb stunden stapfe ich durch die tief verschneite landschaft, atme die bereits wieder etwas wärmer werdende luft tief ein und bin sehr glücklich und dankbar über die tatsache, im ländlichen beheimatet zu sein. ich wandere aus dem haus direkt in die hügelige landschaft des weinviertels, bewundere das helle warme rosa licht und die warmen gelben lichter der straßenlaternen. es braucht keine taschen- oder stirnlampe, der schnee ist hell genug. ich bin auch mit wien nunmehr meine zweite, ehemaligst erste und einzige heimat, noch stark vernabelschnurt und schätze dort aktivitäten, welche mir hier fehlen, aber leben und wohnen würde ich in der großstadt nicht mehr wollen.

vor noch nicht allzu langer zeit wusste ich die ruhe, die durchwegs freie und unverbaute landschaft und die frische luft noch wenig zu schätzen. ich benörgelte die schrulligen eigenheiten der ländlichen bevölkerung und fühlte mich mehr als wienerische weinviertlerin als umgekehrt. jahre später, nunmehr alteschachtel, behaupte ich mit herz und seele hier angekommen zu sein und mich willkommen zu fühlen!

im gegensatz zu früher, ist es mir möglich, mich an sehr einfachen kleinen dingen sehr groß zu freuen. das ausbrechen aus dem täglichen alltag und stress gelingt mir dadurch öfter und besser, was mich wiederum mit freude erfüllt. es fließt!

 

 

gern kommentieren