ysperklamm- wasserfälle, druiden & viele große steine

das wandern ist der alten schachteln lust, deshalb suchten sie ein ziel und wurden im waldviertlerischen pisching fündig. dort wartet gleich beim forellenhof der ausgangspunkt zu den beeindruckendsten wasserfällen, die niederösterreich, meines wissens nach, zu bieten hat.

auf der homepage wird geraten, geeignetes schuhwerk zu wählen. dieser aufforderung kamen wir natürlich nach und kramten unsere geliebten berghammerln aus der versenkung.

nachdem wir trotz altem schachtelalter zur spezies der langschläferInnen zählen, kommen wir nie frühzeitig an, nirgends, auch nicht bei der ysperklamm. deshalb bot sich gleich am beginn das aufsuchen des ausgangspunktes an, wo wir eine gebratene forelle verzehrten. nomen est omen, wer sollte forellen besser zubereiten als gastwirtInnen eines forellenhofs und so zeugen nicht nur die, in das geländer geschnitzten, forellen von erlesenem können und geschmack!

ob das völlern VOR der wanderung eine besonders gute idee war, sei dahingestellt, zumal das erglimmen der leitern auf 2 km länge, doch eine herausforderung fürs pumperl darstellt.

die schönheit und einmaligkeit des beeindruckenden und wildromantischen schauspiels waren jedoch allemal die mühen wert.

nach einer stunde waren wir beim ödteich angekommen und hätten nun den rückweg antreten können. der göttergatte entscheidet jedoch, nachdem die druiden, von ihm liebevoll als „trudeln“ (dialekt. gertrude, trude) bezeichnet, anscheinend auf ihn warten und nach ihm rufen, dass wir auch noch drei weitere stunden in angriff nehmen und den druidenweg beschreiten werden. auf diesem weg begleitet uns die rune „MAN“, welche den sinnbildern für zusammengehörigkeit, geistige entwicklung, inneres gleichgewicht, miteinander und GELASSENHEIT entspricht. was soll ich da entgegnen und was soll da noch passieren!

ein schild, dass es sich um einen „MITTELSCHWEREN WEG“ handelt, macht mir mut, denn mittelschwer ist ja sicher auch für mich, welche eher die mangelhaftere kondition aufweist, bewältigbar.

wir sehen wirklich große steine, unpackbar große steine! steine, die ausschauen wie hunde. ein stein wird dann auch wirklich als „sitzender hund“ klassifiziert. eine kultstätte als „phallus und vulva“. sie verspricht uns fruchtbarkeit, welche wir nicht benötigen. deshalb ziehen wir weiter, während ein junges pärchen die steine besetzt hält, sodass wir sie auch nicht bestaunen hätten können. energiespendende schalensteine begleiten unserern weiteren weg, deren wirkung auch nach 5 minütiger schalenmeditation noch nicht eintritt. des weiteren warten äußere und innere steinkreise und die info, dass die kelten am 1.5. das „Beltene Fest“ feiern, das zu ehren der männlichen gottheit „Belenus“ unter  anwendung verschiedener feuerriten begangen wird und das keltische totenfest am 31.10., das heute jeder mann und jede frau als halloween kennt.

nach der bewältigung von ca. zwei drittel des weges kommen wir zu einem wirklich äußerst steilen weg. oben angekommen wartet jedoch der heilige bezirk der keltischen oberpriester und die sphinx. jetzt beginnen wir zu ahnen, dass sich jene geirrt haben müssen, die diese wanderung als mittelschwer klassifiziert hatten, oder auch dass wir von diesem begriff anderes erwartet hätten. und wir täuschen uns nicht, denn es geht unweit der stelle wirklich, wirklich steilst bergab. auf einem ausgesprochen sehr schmalen weg und ohne jegliches geländer oder bäume, bei welchen man sich vorwärts tasten hätte können. diese sicherheitsvorkehrungen hätte ich gebraucht, so stütze ich mich auf die hand des liebsten, dem nun jedoch, vom vielen bergabgehen, bereits das knie zu schmerzen beginnt. ich bin froh als es wieder „normal“ bergab geht und sehr froh, dass der untergrund trocken und wenig rutschig ist.

leider ist der letzte weg, die letzte halbe stunde dann auch noch auf straßen zu bewältigen.

beim auto angelangt, steht unser entschluss fest, in nächster zeit mittelschwere wanderungen zu meiden. nicht zuletzt auch wegen des muskelkaters, welcher mich die nächsten tage vor allem beim stiegen abwärtssteigen quält. wir mögen uns gar nicht ausmalen, wie schwere wanderwege ausschauen. möglicherweise werden für diese dann bereits seil und haken benötigt. froh waren wir jedoch, der empfehlung mit den bergschuhen gefolgt zu sein.

fazit:

2 km ysperklamm sind durch die stetige besteigung der stiegen anstrengend, aber für alte schachteln, die halbwegs gut zu fuße sind, machbar und für herz und kreislauf, sowie die ausdauer gesund. der mittelschwere druidenweg sollte jedoch nur mit gutem schuhwerk und etwas besserer kondition begangen werden. eventuell erweist sich auch das wandern zu früheren zeiten als gut, denn dann können pausen, in welchen das mitgenommene trinken, das wir natürlich vergessen hatten, eingelegt werden. wir mussten ja ohne längeres liegen oder sitzen eher hetzen, damit wir nicht in den schalen nächtigen müssen.

die steine der keltenzeit sind durchaus wert, beschaut zu werden. fein wäre, im vorfeld über keltische rituale zu lesen, um eventuell den einen oder anderen feuertanz mit feen, elfen und trollen aufs mystische parkett zu zaubern.

 

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